Weisses Gold
Handel im Mittelalter

Vom Reichtum einer europäischen Stadt
Passau erlebte im Mittelalter seine größte Blütezeit: als Hauptstadt eines bischöflichen Staates, der von der Donau bis zur böhmischen Grenze reichte, und als Zentrum des größten Bistums des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Der Bischof war Herr der Stadt; über Jahrhunderte kämpften die Bürger um Freiheit und Selbstverwaltungsrechte. Beide, Bischof und Bürger, arbeiteten aber auch zusammen, um gegen die mächtigen Nachbarn Bayern, Böhmen und Österreich die wirtschaftlichen Privilegien der Stadt zu verteidigen. Diese gründeten auf der zentralen Lage Passaus am Knotenpunkt von Verkehrsschlagadern: an den Flüssen Donau und Inn sowie an den Goldenen Steig.
Passau - Stadt des weißen Goldes
Passau war eine überregional bedeutende Handelsstadt. 15 Millionen Liter Wein wurden hier jährlich umgeschlagen. In der Blütezeit brachten 2.500 Schiffe bis zu 18.000 Tonnen Salz pro Jahr aus Hallein bei Salzburg den Inn aufwärts. Von Passau aus wurde der Jahresbedarf an Salz von über einer Million Menschen gedeckt.
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| Darstellung aus dem "Zechbuch der Salzfertiger und Schiffsleute" von 1422 |
Die Kaufleute lieferten das Salz in den großen Donauschiffen nach Österreich, Bayern und Regensburg. Auf den Goldenen Steig sorgten Tausende von Säumern für den Salztransport nach Böhmen. Von dort brachten sie Getreide, mit dem die Passauer Händler Salzburg und Tirol belieferten. Salz brachte Reichtum; für Passau war es weißes Gold, solange Bischöfe und Bürger den freien Handel verteidigen konnten.

Tischzeichen der Passauer Schiffsleute
Die Ausstellung WEISSES GOLD öffnet dieses bedeutende Kapitel der Passauer Handelsgeschichte. Wir führen Sie durch die mittelalterliche Stadt in ihrer kulturellen Blüte mit belebten Umschlagplätzen, vorbei an Salz und Getreide, Wein, Tuch, Gseum oder Metall. Wie ehemals der Fürstbischof überblicken Sie von der Veste aus das rege Treiben der Salzschiffe, Säumerpferde und Händler in der Stadt an drei Flüssen. Exponate und attraktive Inszenierungen - beispielsweise ein Salzschiff des 16. Jahrhunderts - versetzen die Besucher in diese Epoche zurück, spätgotische Gemälde und Skulpturen zeigen die Kunststadt Passau.