Ritterburg und Fürstenschloss
220.000 Besucher in zwei Jahren
Im Bann von Fürsten und Rittern
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Baustelle, in Chronik von Jerusalem,
Frankreich vor 1467
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Mit über 135.000 Besuchern war die Sonderausstellung "Ritterburg und Fürstenschloss" 1998 die erfolgreichste historische Ausstellung in Bayern. Aufgrund dieser positiven Bilanz wurde "Ritterburg und Fürstenschloss" bis 31.Oktober 1999 verlängert. Auf einer Fläche von über 2.000 Quadratmetern wurde die Geschichte vom Leben auf den Burgen und Schlössern in Ostbayern, Böhmen und Oberösterreich erzählt.
Die Helden des Mittelalters - das sind unseren Vorstellungen nach die Ritter, sollen sie sich doch in zahlreichen Kämpfen stets tapfer haben schlagen müssen. Doch das ist Klischee, ebenso wie die Vorstellung vom romantischen Mittelalter. Die Sonderausstellung "Ritterburg und Fürstenschloss" nimmt sich dieser Klischees an.
In der Wirklichkeit war das Leben auf den Burgen und Schlössern rau und unbequem. Nach zugigen Wintern innerhalb der unbeheizten und unbeleuchteten Burgmauern hatten die Menschen schon in jungen Jahren mit Rheumatismus und Augenerkrankungen zu kämpfen.
Eiskalt
Geschichte in der Praxis erfahrbar machen, das ist einer der Schwerpunkte der Sonderausstellung. Um die rauen winterlichen Umstände einer Burg nachempfinden zu können, wird in einem der Ausstellungsräume die Temperatur auf eisige Grade heruntergefahren. Fensterscheiben und Heizungen gab es noch nicht, so dass die Kälte innerhalb der massiven Burgmauern Einzug halten konnte.
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Tretkran auf einer Baustelle,
in Rudolf von Ems, Weltchronik, 1383 |
In der Tretmühle
Im inneren Burghof der Veste Oberhaus ist mittelalterliche Baukunst zu erleben: Die Berufsschule Vilshofen hat für die Sonderausstellung einen mittelalterlichen Baukran nachgebaut. Der neun Meter hohe Mast des Krans wird über einen Kasten betrieben, in dem sich ein Laufrad mit einem Durchmesser von etwa drei Metern befindet. In dem Rad müssen zwei Menschen laufen und ihre geballte Muskelkraft zum Einsatz bringen, damit der Kran tonnenschwere Steine in die Höhe ziehen kann. Diese Mechanik hat im Mittelalter den Begriff der Tretmühle hervorgebracht, der in der Umgangssprache bis heute nicht an Aktualität verloren hat.