Bayern - Ungarn. Tausend Jahre

Die bayerische Landesausstellung im OberhausMuseum

Historische Streifzüge
Bayern und Ungarn - Zwei Kulturen "Tür an Tür":

Im frühen Mittelalter grenzten Ungarn und Bayern direkt aneinander, seit dem 19. Jahrhundert ist nur noch die Donau das geographisch verbindende Element. Macht-, wirtschafts- und kulturpolitische Bewegungen sorgten in über 1000 Jahren jedoch dafür, dass die beiden Länder historisch untrennbar miteinander verbunden sind.


Nach den vielen Beutezügen der Magyaren, die sie 955 bis aufs Lechfeld nach Augsburg führten, einten die Fürsten Geza und Stephan die ungarischen Stämme und führten sie in die europäische Kulturgemeinschaft. Stephan wurde der erste ungarische König (reg. 997-1038) und trat mit seinem Volk zum Christentum über.

 

Maßgebliche Unterstützung fand er hierfür in Bayern, insbesondere im Bistum Passau. Er heiratete Gisela, Tochter eines bayerischen Herzogs und Schwester Kaiser Heinrichs II. des Heiligen. Auch Gisela stand im Ruf der Heiligkeit und wird bis zum heutigen Tag in Ungarn hochverehrt. Gisela starb als Witwe in Passau und liegt im Kloster Niedernburg begraben.


Adelige, Kaufleute, Handwerker und bäuerliche Siedler aus Bayern witterten in den folgenden Jahrhunderten gutes Geschäft und siedelten sich in Ungarn an. Auf Einladung der ungarischen Könige gelangten sie in den Karpatenraum und die Donau-Theißebene. Dort wurden sie zu Ahnherren ungarischer Magnatenfamilien oder gründeten ganze Städte und Dörfer.


Auch im Bereich der Kunst und des Kunsthandwerks gibt es bedeutende Verbindungen zwischen Bayern und Ungarn. Beispielsweise gelangten Werke Nürnberger Künstler ins östliche Mitteleuropa, wo sie eigenständig weiterverarbeitet oder als ideengebende Vorlagen genutzt wurden. Die glanzvolle Epoche des ungarischen Königs Matthias Corvinus wird in der Ausstellung vor allem durch Goldschmiedearbeiten aus den Schatzkammern ungarischer Herrscher und Magnaten dokumentiert.


Ob Krönungsmantel oder Königskrone, Husarengewänder, Münzen, Skulpturen, Gemälde oder multimediale Präsentationen: die Geschichte der beiden Kulturen Bayern und Ungarn wird in der Landesausstellung 2001 lebendig, erlebbar und erfahrbar.


Korrespondierend zur Landesausstellung wurde ein umfangreiches Begleitprogramm ausgearbeitet. Die beiden Kulturen begegnen sich auf Festen, Sportveranstaltungen, Filmvorführungen, Schiffahrten und Konzerten, wodurch ein weiterer Beitrag zur Verständigung und des vorurteilsfreien Kennenlernens im Zeitalter der Globalisierung und des geeinten Europas geleistet wurde.

 

[... zurück]