Faszination Mittelalter - Himmlisches Streben

Die Religion als Motor der Kunst

Die Kunst der Zeit vor 1800 lässt sich nur verstehen, wenn man sich ihrer religiösen Dimension bewusst ist. Kunst stand im Dienst der Religion, sie zeigte ihrem Betrachter, wie mächtig die Kirche war.

Kunst war aber noch mehr. Dem Allmächtigen wurde sie als Geschenk und Opfer dargebracht. Umgekehrt strahlten  Gott und seine Heiligen auf die Kunstwerke zurück. Manche wurden wie Reliquien als heilig verehrt. Sie standen im Ruf, Wunder zu wirken, waren Teil der göttlichen Herrlichkeit.

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In einer Zeit, als nur die wenigsten des Lesens mächtig waren, wurde Religion allein durch das gesprochene Wort vermittelt. Wesentlich unterstrichen wurde die Botschaft durch Bilder und Skulpturen. Sie waren die Schautafeln der Heilsgeschichte. Sie zeigten aber auch, welches Schicksal denjenigen blühte, die nicht den Lehren der Kirche folgten: die Schrecken der Hölle, mindestens die Qualen des Fegefeuers.

Klöster waren nicht nur religiöse, sondern auch weltliche Obrigkeit, vergaben Kredite, unterhielten Schulen, Armen- und Krankenhäuser, bewahrten theologisches und praktisches Wissen. Der Einfluss der Geistlichen war entsprechend hoch. Sie begleiteten die Menschen von der Geburt bis zum Tod, von der Taufe bis zu den Sterbesakramenten. Auch wenn sich die Menschen ihre eigene Religion formten, eine Volksfrömmigkeit, die den gelehrten Theologen die Zornesröte ins Gesicht trieb, prägte der Glaube das Leben der Menschen weit mehr als dies heute der Fall ist.

Die marktbeherrschende Hilfestellung zur Lebensbewältigung wurde den Kirchen in unserer Zeit durch die Macht der Medien mit ihren Talk-Moderatoren, Experten-Chats mit 24-Stunden-Service usw. streitig gemacht.

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