Das Passauer Porzellan

 

Die Porzellanherstellung hat in Passau aufgrund der nahen Kaolin-Vorkommen im Bayerischen Wald eine lange Tradition. Erste Ansätze datieren noch ins 18. Jahrhundert. Fuß fassen konnte aber erst die Manufaktur, die Johann G. Kumpf 1833 im Schloß Eggendobl einrichtete.

Schäferin

Paar in Altpasser Tracht


Der Unternehmerdynastie Lenck gelang es, die Passauer Porzellanfabrik zu einem der führenden Industriebetriebe Niederbayerns auszubauen. 1899 beschäftigte sie über 500 Mitarbeiter. Die Produkte wurden in alle Kontinente und in alle europäischen Länder exportiert.

Wichtigste Grundlage für diesen Erfolg war die breite Produktpalette. Hergestellt wurden nicht nur Luxusartikel wie Figuren und Figurengruppen, sondern auch Tafel- und Kaffeeservice, bis hin zu Gefäßen für Apotheken und feuerfestem Zement für das Baugewerbe. Dieses breite Angebot ließ die Fabrik den Ersten Weltkrieg überstehen. Erst als sie die Älteste Volkstedter Porzellanmanufaktur 1919 übernahm und das Unternehmenskonzept änderte, geriet die Fabrik in die Krise.

 

Gefäß mit Porzellanfigur

Passauer Porzellan-Familie

 

Die wirtschaftliche Depression der 20er Jahre und das Versiegen der Kaolinvorkommen im Bayerischen Wald taten ein Übriges. 1936 meldete die Passauer Porzellanfabrik Konkurs. Alle Versuche, sie wieder zu begründen, scheiterten. 

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