Veranstaltungen

Rätselsonntag auf der Veste Oberhaus

Sonntag, 3. Oktober, 10-17 Uhr

Unter dem Motto „Wer weiß denn sowas?“ durften sich am Sonntag 3. Oktober alle Besucher der Burganlage auf eine spezielle Rätseltour begeben. Hier galt es zu raten, zu schätzen, zu wissen! Über die Außenanlage der Burg verteilt befanden sich Fragen, die mithilfe einer Rätselkarte gefunden werden konnten. Mitmachen konnte jeder, der gut zu Fuß ist und Spaß an kuriosen und spannenden Quizfragen rund um die Veste Oberhaus und allerlei Wissenswertem aus der Vergangenheit hat. Jeder, der am Ende sein Rätselheft abgegeben hat, kann einen von 10 tollen Preisen gewinnen! Die Auslosung findet am Montag 4. Oktober statt und die Gewinner werden im Anschluss schriftlich benachrichtigt. Viel Glück!

1. Preis: Familien Eintrittskarte und persönliche Burgführung mit einem großen "Burgpaket"
2. und 3. Preis: je eine Familien Eintrittskarte und ein kleines "Burgpaket"
4. bis 10. Preis: je eine Familieneintrittskarte

Haben Sie richtig geraten, geschätzt oder es sogar gewusst?

Des Rätsels Lösungen

1. Was benutzten die Menschen des Mittelalters zur Pflege ihrer Zähne?

a. Wein und Papier
b. Essig und Leinen
c. Wasser und Blätter

Da die Menschen im Mittelalter kaum Zugang zu Zucker hatten, waren deren Zähne oft nicht so schlecht, wie man heute vielleicht denken mag. Auch pflegte man sie, wenn man es für nötig erachtete. Hierbei waren Essig und Leinen beliebte Hilfsmittel. Der Essig wurde auf ein Leinentüchlein aufgebracht und damit die Zahnflächen abgerieben. Der Essig wirkte dabei lösend und desinfizierend. Einen guten Mundgeruch suchte man in der Zeit jedoch wohl trotzdem vergebens…

Richtig war Antwort b.

2. Seidenraupen ernähren sich ausschließlich von Maulbeerblättern. Wie viele Blätter müssen die Raupen vertilgen, damit 1 kg Seide gewonnen werden kann?

a. 3 kg Blätter
b. 47 kg Blätter
c. 120 kg Blätter

Die grünen Blätter der Weißen Maulbeere dienen der Zucht des Seidenspinners und waren der Hauptgrund, Maulbeerbäume in Europa einzuführen. Ganze Landschaften – hauptsächlich in Südeuropa – wurden durch die Maulbeerbäume, die Seidenraupenzucht und die Seidenproduktion geprägt. Auch auf dem Gelände der Veste Oberhaus standen einst ca. 10.000 solcher Bäume – übrig geblieben sind diese 6 Stück im äußeren Burghof. Da die Seidenraupe ausschließlich diese Blätter als Nahrung hat, benötigt man zur Gewinnung von 1 kg Seide 4500 Seidenraupen, die gemeinsam 120 kg der Blätter vertilgen.

Richtig war Antwort c.

3. Im 18. Jahrhundert gab es den Beruf des Abtrittanbieters. Wie würde man heutzutage dazu sagen?

a. Babysitter
b. Beichtstuhl
c. Dixi-Klo

Die Abtrittanbieter gingen, meist maskiert, mit großen Holzeimern durch die Straßen. Die Eimer waren mit Deckeln versehen und an Ketten aufgehängt, die wiederum über ein Joch verbunden waren, so dass man die Ausrüstung über der Schulter tragen konnte. Ferner hatten die Anbieter einen weiten Umhang an. Bei der Notdurftverrichtung schützten sie den Bürger mit dem Mantel oder Umhang vor neugierigen Blicken. Eine weitere Bezeichnung war Buttenmänner und Buttenweiber oder Madame Toilette.

Richtig war Antwort c.

Illustration: @ Irmela Schautz, www.irmela-schautz.de
Aus dem Buch: „Von Kaffeeriechern, Abtrittanbietern und Fischbeinreissern - Berufe aus vergangenen Zeiten“, Michaela Vieser und Irmela Schautz, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

4. Im Jahre 1401 kamen über die verschiedenen Handelswege zahlreiche Waren in Passau an, z. B. täglich...

a. 2.610 kg Metall und 780 kg Salz
b. 41.760 l Wein und 23.040 kg Salz
c. 1.320 kg Getreide und 5050 kg Salz

Im 15. Jahrhundert war Passau eine überregional bedeutende Handelsstadt. Von hier aus wurde Wein nach Bayern, Salz nach Böhmen, Österreich und Ungarn, Getreide nach Salzburg und Tirol geliefert. Entsprechend hoch war die Menge der in Passau umgeschlagenen Güter. Den größten Posten stellte der Wein dar. Dieser wurde in Passau jedoch nur verzollt. Weitaus mehr Gewinn erzielte man aus dem Handel mit Salz. So kamen im Schnitt täglich 41.760 l Wein und 23.040 kg Salz in Passau an.

Richtig war Antwort b.

5. Wie viele Stufen gibt es auf dem gesamten Gelände der Veste Oberhaus (innen und außen)?

a. ca. 500 Stufen
b. ca. 1000 Stufen
c. ca. 2000 Stufen

Das Gelände der gesamten Burg- bzw. Festungsanlage erstreckt sich über ca. 60.000 qm. Dass es hier viele Stufen gibt, wird jeder bei unserer Rätseltour festgestellt haben! Es gibt aber auch noch zusätzliche Stufen in den Kasematten, in den Gebäuden der Jugendherberge, in den Ausstellungen und in den Kellern. Alles in allem sind es 1952 Stufen.

Richtig war Antwort c.

6. Eine Kanone konnte verheerenden Schaden anrichten. Welche Flugbahn wurde im 17. Jahrhundert als die Effektivste erkannt, setzte sich durch den neuen Festungsbau aber nicht durch?

a. Eine flache Flugbahn, da die Kugel (wie bei einem Stein auf dem Wasser) abprallt
b. Eine mittlere Flugbahn, da hier die beste Reichweite erzielt wird
c. Eine möglichst hohe Flugbahn, da die Wucht des Aufpralls am größten ist

Bei einem Rikoschettschuss (von franz. ricocher, „abprallen“), auch Prellschuss genannt, wird ein Geschoss (oftmals eine Kanonenkugel) so abgefeuert, dass es im Zielgebiet mit flachem Winkel auftrifft und abprallt (rikoschettiert). Da ein Prellschuss stark vom Zufall abhängt (d. h. vor allem von der augenblicklichen Bodenbeschaffenheit des Zielgebietes), wurde er lange Zeit kaum bewusst versucht, auch wenn seine verheerende Wirkung immer wieder beobachtet wurde. Die abgefeuerten Kanonenkugeln konnten, abhängig vom Geschütz und Kaliber, noch bis etwa 1800 Meter tödlich sein. Um dieser Gefahr zu begegnen, wurden in der Folge bei den meisten Festungen Europas die Geschützstände auf den Wällen mit hohen Traversen versehen, und mit der Einführung des Polygonalsystems (um 1820) war im Festungsbau die Gefahr des Rikoschettierens weitgehend gebannt.

Richtig war Antwort a.

7. Wie viele Museumsobjekte befinden sich im gesamten Oberhausmuseum?

a. Ca. 12.500
b. Ca. 30.000
c. Ca. 8.000

Im Oberhausmuseum gibt es viele kunsthistorische Schätze. Nicht alle davon sind ausgestellt, denn die Ausstellungsfläche lässt es nur zu, dass rund 10 % aller Objekte der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Daher sind Sonderausstellungen in der Veste stets sehr begehrt, da man hier seltene Möglichkeiten nutzen kann, um besondere Objekte zu sehen, die danach wieder im Depot verwahrt werden. Insgesamt beläuft sich der Bestand auf ca. 30.000 Objekte ganz unterschiedlicher Art.

Richtig war Antwort b.

8. Erbsen, Asche und Ochsengalle wurden auch benutzt, um...

a. Bier zu strecken, wenn nicht genügend Braugetreide zur Verfügung stand
b. Töpfe zu reinigen, wenn sie stark angebrannt waren
c. Leder weich zu machen, wenn kein Urin vorhanden war

Im Mittelalter wurde mit Bier allerhand Schindluder getrieben. Da Braugetreide häufig nicht zur Verfügung stand und um die Kosten zu drücken, streckte man das Gebräu mit den verschiedensten Zutaten.
Dazu gehörten Erbsen und Petersilie ebenso wie unappetitliche Ingredienzien, beispielsweise Buchenasche, Laub von Nussbäumen oder Ochsengalle. Um den üblen Geschmack wenigstens teilweise zu übertünchen, versetzten viele Brauer ihr Bier mit Anis oder Rosmarin. Häufig kamen auch psychoaktive Drogen zum Einsatz wie Tollkirsche, Stechapfel, Schlafmohn, Wermutkraut oder Sumpfporst.
Das Deutsche Reich wies um 1450 ein regelrechtes Biergefälle auf. Im Süden wurde das mit Abstand schlechteste Gesöff produziert. Hingegen florierte im Norden das Geschäft, weil hier die Zünfte darauf achteten, dass möglichst reines Bier gebraut wurde.
Im Jahre 1447 kam der Stadtrat von München auf die Idee, ein Reinheitsgebot zu erlassen. Diese Verordnung galt nur für München. In Bayern, das damals durch Erbteilung in drei separate Herzogtümer zerfallen war, blieb alles beim Alten. Erst 1493 griff Herzog Georg der Reiche von Bayern-Ingolstadt das Münchner Vorbild auf und machte es für sein gesamtes Territorium verbindlich.]

Richtig war Antwort a.

9. Für mittelalterliche Burgen galt...

a. Nur, wem ein Berg gehörte, der durfte eine Burg errichten
b. Vor dem Bau musste der Bauherr nachweisen, dass er enorm viel Geld besaß
c. Es gab Bauvorschriften und die Burg war genehmigungspflichtig

Im „Sachsenspiegel“ waren die Voraussetzungen für den Burgenbau genau geregelt. Burgen waren genehmigungspflichtig und unterlagen speziellen Bauvorschriften. So waren Zäune, Flechtwerk und Mauern genehmigungspflichtig, die höher waren, als ein Reiter heranreichen konnte. Erlaubnispflichtig waren auch Gräben, die tiefer waren, als ein Mann den Aushub ohne Hilfe eines Schemels herauswerfen konnte. Solche Vorschriften gab es viele im Sachsenspiegel und sie ließen nicht viel Spielraum beim Bau einer Burg.

Richtig war Antwort c.

10. Um ein Kettenhemd herzustellen, benötigte man Eisenringe und viele Arbeitsstunden, nämlich genau...

a. 9.000 Ringe und 40 Stunden
b. 60.000 Ringe und 200 Stunden
c. 140.000 Ringe und 700 Stunden

Die Grundausrüstung eines Ritters änderte sich während des Mittelalters. Ursprünglich trug er ein ca. 25 kg schweres Kettenhemd. Es bestand aus bis zu 140.000 Eisenringen, die in 700 Arbeitsstunden vernietet wurden. Es schützte vor Schwertstößen, nicht aber vor den Hieben der Trutzwaffen (Streitaxt oder –hammer). Deshalb entwickelte man im 14. Jahrhundert den Plattenharnisch, der den Ritter vollständig in Eisen hüllte, aber seine Bewegungsfreiheit wesentlich einschränkte.

Richtig war Antwort c.

11. Wenn der Brunnen der Veste Oberhaus bis oben hin mit Wasser gefüllt wäre, wie viel Wasser würde er fassen?

a. Ca. 960.000 l
b. Ca. 9.600.000 l
c. Ca. 96.000.000 l

Das Volumen unseres Brunnens lässt sich recht einfach berechnen. Er ist 36 m tief und sein Durchmesser beträgt ca. 185 cm.
Gemäß der Formel V=π*r²*h kommt man auf 96.768.907,712 l.
Dies ist natürlich reine Theorie, denn ein Brunnen war nie bis oben hin gefüllt – das Wasser musste mit Eimern geschöpft werden. Aber wenn er es gewesen wäre, dann hätte er 96 Mio. l Wasser beinhaltet. Ziemlich viel!

Richtig war Antwort c.

12. Wer war nicht Mitglied der Lamplbruderschaft, der ältesten noch bestehenden deutschen Bürgervereinigung in Passau?

a. Hans Carossa, Arzt, Dichter und Schriftsteller
b. Franz Stockbauer, Gründer der Löwenbrauerei
c. Alphons Adolph, königlich-bayerischer Hofphotograph

Die „Liebfrauen Schiffleut und Salzfertiger-Bruderschaft“ (besser bekannt als Lamplbruderschaft) in Passau ist die älteste noch bestehende deutsche Bürgervereinigung. Sie wurde vor über 700 Jahren gegründet, um armen und bedürftigen Passauer Bürgern zu helfen. Die Lamplbruderschaft ist auch der älteste noch bestehende Stammtisch Deutschlands. Nach Satzung soll die Mitgliederzahl nicht höher als 140 sein. Eine Mitgliedschaft ist möglich für Männer, die bereits mehrere Jahre in Passau wohnen oder arbeiten, sowie dem Gemeinwohl der Passauer Bürgerschaft dienen. Eine Mitgliedschaft wird nicht beantragt, sondern vom Vorstand dem potentiellen Mitglied angetragen. So waren auch der Brauereibesitzer Franz Stockbauer und der königlich-bayerische Hofphotograph Alphons Adolph Mitglieder der Bruderschaft. Der berühmte Schriftsteller Hans Carossa gehörte jedoch nicht zu dem elitären Kreis. Gründe dafür sind aber nicht bekannt.

Richtig war Antwort a.

13. Die Zünfte regelten die Arbeitszeiten ganz genau. Durch die vielen kirchlichen Feiertage reduzierten sich allerdings die Arbeitstage auf meist 5 pro Woche. Auch die reine Arbeitszeit sank. So arbeiteten die Leute im 17. Jahrhundert im Durchschnitt...

a. 30 bis 35 Stunden pro Woche
b. 45 bis 50 Stunden pro Woche
c. 55 bis 60 Stunden pro Woche

Die Zunft regelte auch die Arbeitszeit: Meist wurde im Frühjahr und Sommer von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends gearbeitet, und zwar Montag bis Samstag. Pausen waren gegen 8 Uhr (Morgensuppe), gegen 11 Uhr (Mittag) und gegen 15 Uhr (Brotzeit) vorgesehen. Im Herbst und Winter verringerte sich die Arbeitszeit je nach Tageslicht. Die durchschnittliche reine Arbeitszeit dürfte pro Tag bei ca. 11-12 Stunden gelegen haben. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass die hohe Zahl der Feiertage – zusammen mit den Sonntagen betrug sie in katholischen Ländern um 1500 etwa 100 pro Jahr – die Produktivität verringerte; im Durchschnitt arbeitete man deshalb fünf Tage und 55 bis 60 Stunden pro Woche.

Richtig war Antwort c.

14. Was ist eine sogenannte Feuerschleife?

a. Eine Technik, um Feuer zu löschen, wobei die Löschspritze wie eine Schleife oder Acht geführt wird
b. Ein Hautausschlag, der sich wie eine Schleife um Arm oder Bein legt
c. Ein mit Wasser gefüllter Bottich auf Schlittenkufen, mit dem jederzeit ein öffentlicher Brand gelöscht werden konnte

Eine Feuerschleife (auch Feuerschlitten, Feuerkufen) war ein mittelalterliches Gerät zur Löschung von Feuer. Es handelte sich um einen mit Wasser gefüllten Bottich auf Schlittenkufen, der immer am Rande des Marktplatzes in der Nähe des Rathauses stand. Im Falle eines Brandes konnte dieser Bottich sofort zu der Feuerstelle gezogen werden.

Richtig war Antwort c.

15. Welches Gebäude kann man von diesem Platz aus (fast) nicht sehen?

a. Schaiblingsturm
b. Kirche St.Gertraud
c. Altstadtschule

Die Batterie Linde, eine von Wehrmauern umgebene ehemalige Geschützplattform am östlichen Ende der Veste Oberhaus, bietet einen einzigartigen Blick auf den Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz. Darüber hinaus präsentiert sich von hier das sagenhafte Panorama der Stadt Passau vom Stephansdom, Kloster Mariahilf, Rathaus und historischer Altstadt bis nach Österreich und den vorderen Bayerischen Wald. Doch nicht jedes historische Passauer Gebäude ist von hier aus zu sehen. Vom Schaiblingsturm am Innkai sieht man nur einen kleinen Teil der Turmspitze, wohingegen die Kirche St.Gertraud in der Innstadt und die Altstadtschule gut sichtbar sind.

Richtig war Antwort a.

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